Weniger schlingen, mehr fühlen: Wie das Verlernen des „Aufessens“ mich dem Nasch-Glück näher bringt
Der Naschfuchsblog ist ein Refugium und ich lade dich ein, mit mir zu schaukeln und zu schauen wo wir landen nach dem Sprung. Jede in ihrem Tempo. Such dir aus, was dich ruft und lass den Rest liegen. Ist es Reisen, Lesen, Essen oder Nachhaltigkeit von all diesen Dingen wird es etwas geben.
Vor mir liegt ein tolles Buch und daneben steht ein leckeres Gericht. Ich esse etwas und schon nach zwei Bissen habe ich keinen Appetit mehr. Ich bin voll. Ich schiebe den Teller weg und greife bereits nach dem Buch, als plötzlich diese Stimme in meinem Ohr zuhören ist - Erst das eine beenden, bevor du etwas Neues anfängst. Erst aufessen, es wäre doch Verschwendung.
Uff, das Buch gleitet aus meinen Händen und ich sitze vor dem vollen Teller.
Ich bin eine Planerin und Organisatorin, bei mir gibt es Struktur und Verbindlichkeiten. Doch auch ich konnte lernen, dass diese Glaubenssätze mich behindern.
Vor einigen Jahren habe ich begonnen, nicht mehr alles zu Ende zu bringen, nur weil ich es einmal angefangen hatte. Das war und ist nicht leicht.
Wo ziehe ich die Grenzen? Wo ist es der Schweinehund und wo das wirkliche Ende?
Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sagen. Aber ich lerne es. So wie ich als Kind das Schaukeln gelernt habe. Zu Beginn wurde ich angeschubst, bis ich den Dreh raus hatte und selber Schwung holen konnte.
Naschfuchs: Weil Lernen am schönsten ist, wenn es sich wie Schaukeln anfühlt.
Und klar gehören da Fehler dazu, Rückschläge, blaue Flecken, aber auch das Gefühl vom Fliegen, von Freiheit und der Punkte, wo man springt. Nicht sicher ob man auf den Füßen oder dem Hintern landet. Es hat mit Mut und Grenzen zu tun, mit Leichtigkeit und Überraschungen.
So wie ich kleine und große Schubser bekommen haben, möchte ich diese weiter geben. Daher gibt es nun dieses Refugium, den Naschfuchsblog.
Warum nascht ein Fuchs hier?
Eine Katze wäre logisch gewesen, so lautet schließlich die Redewendung. Doch es wäre nicht ich, wenn ich es nicht doch noch einmal etwas anderes machen würde. Die Welt ist so groß und vielfältig. Ich würde gerne alles sehen und ausprobieren, doch dann würde ich schon nach den ersten Bissen voll und schwerfällig danieder Liegen. Ich habe es versucht, bis ich nicht mehr konnte. Ich bin mit einem Plan ran gegangen, doch das war nie mein Weg.
In einem Spanien-Urlaub habe ich diese tolle Art des Essens kennen gelernt, Tapas. Kleine Schälchen mit leckeren Dingen, nie so viel das man nicht noch ein zweites oder drittes essen konnte. Es war ein Probieren und Naschen, selbst wenn etwas nicht geschmeckt hatte, war es nie so viel, dass das Wegwerfen weh tat. Klar Verschwendung ist keine Option, aber Fehler sind erlaubt.
Danach wollte ich nur noch so essen, in kleinen Portionen. Das kollidierte natürlich mit meinem Leben in Deutschland und ich scheiterte an zu großen Portionen. Wieder hatte ich mir zu viel aufgetan.
Doch mein Reisebegleiter war da und zeigte mir, es gibt noch andere Wege. Es gibt immer eine Alternative, manchmal ist sie nur noch nicht gelaufen und daher nicht zu sehen. Und es gibt viele Wege oder um ein anderes Bild zunehmen, dass Buffet des Lebens mit seinen vielen Gerichten. Sie alle zu essen, zu viel. Sie alle zu naschen, vielleicht. Doch jede von uns kann auch nur das Naschen, was sie anspricht und den Rest bewundern.
Ich versprechen nicht, das es für jede funktioniert.
Ich lasse dich teilhaben. Ein Buch, das mich gefesselt hat, fesselt auch andere, nein. Aber das Wissen, es könnte eine fesseln, weil die Jenige vielleicht in eine ähnliche Richtung liest. Das wird es hier zu finden geben. Es gibt hier kleine Schubser und Ideen. Manchmal ist die Abzweigung, der eigentliche Weg, bis es wieder eine Kreuzung gibt.
Ich nasche vom Buffet des Lebens, Schaukel in fremden Welten nur um am Ende traurig und erfüllt eine Geschichte zur Seite zu legen. Doch sie ist nicht weg, sie reist mit mir weiter, entwickelt sich und verändert mich.
Es wird wild, konfus, wirr, bunt, geplant und verworfen. Es soll echt sein, die schönen Bilder gibt es hier nicht. Dafür die wahren Geschichten und die unglaublichen Gefühle. Es wird meine Sicht der Dinge sein, mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen und Unwissen. Jede kann in diesen Dingen ihren kleinen Zauber finden und das wird sich perfekt anfühlen.