Pastéis de Belém oder Pastel de Nata – Was ist der Unterschied?
Nur das Naschwerk aus der kleinen Bäckerei in Belém dürfen Pastéis de Belém genannt werden, alle anderen heißen Pastel de Nata.
Es ist Herbst, meine liebste Jahreszeit und ich hatte etwas Zeit um in meinen alten Urlaubsfotos zu schmökern. Ich fand ein Bild aus Portugal, die Atlantikküste und dann dachte ich wehmütig an das traditionelle Naschwerk. Pastéis de Belém oder Pastel de Nata im Grunde dasselbe kleine Törtchen mit Cremefüllung, aber der Name.
Ich war damals in Porto, als ich meine erste Pastel de Nata gegessen habe. Es war wie eine Offenbarung, süß, cremig und knusprig. Natürlich bin ich dann auch zum Ursprung gereist.
Nach Belém ganz in der Nähe von Lissabon. Der Tag war wunderschön. Erst eine Free-Walking-Tour in Lissabon, einer der anderen aus der Tour wollte nach Belém und ich schloss mich an. In einem Tunnel spielte jemand Musik und wir ging zu der kleinen Bäckerei.
Das ursprüngliche Rezept hatten Mönche entwickelt, doch nach der Schließung des Klosters wurde es verkauft. Eine Bäckerei hat in Belém dann einige Jahre später das Naschwerk wieder hergestellt. Nur wenn es dort produziert wird, darf es Pastéis de Belém heißen, alle anderen müssen es Pastel de Nata nennen.
Es wird mit Zucker und Zimt gegessen, aber auch pur schmecken sie sehr lecker. Nach dem Urlaub bin ich damals direkt ins Portugiesen Viertel gegangen um noch einmal welche zu essen. Leider war es eine Enttäuschung, sie waren okay. Es war nicht das Gleiche wie in Portugal.

Seitdem versuche ich Speisen, die ich in einem anderen Land köstlich fand, nicht mehr mit zu nehmen. Sie schmecken zuhause nicht so wie dort.
Zuhause die Gerichte nach zu kochen, ist genauso ein Fehlschlag gewesen, es schmeckt anders. Ich nenne es das Urlaubsphänomen und seit dem es mir bewusst ist, genieße ich vor Ort in vollen Zügen und.
Nun reise und genieße ich an dem jeweiligen Ort und nehme nur die Erinnerungen und meine urlaubs-rosarote Brille wieder mit. Manchmal ist eine Erinnerung an etwas schöner als die eigentliche Sache. Ich habe dieses Naschwerk mit so vielen schönen Momenten aufgeladen, dass aktuell nichts meinen Erwartungen gerecht werden könnte.
Und ich glaube wir machen das auch mit anderen Dingen. Ich lade Momente oder kleine Erinnerungshilfen mit all den tollen Emotionen auf und verfälsche vielleicht dabei die Realität. Wenn es die guten Dinge sind, denke ich, macht es keinen Schaden. Doch wie sieht es mit den negativen Erinnerungen aus? Ist das ein natürlicher Prozess oder etwas, was jede von uns aktiv steuern sollte?