Wie ein Sofa mein Anfang zum Minimalismus wurde.

Ausmisten, organisieren und Minimalismus sind Prozesse, es ist nicht abgeschlossen. Alles ist Veränderung und ich gebe etwas Mut mit auf die Reise.

Wie ein Sofa mein Anfang zum Minimalismus wurde.
schwarzes Sofa mit drei pinken Kissen

Keine Top 10 Tipps für den Anfang vom Minimalismus. Keine Checklisten wie man seine Sachen organisieren könnte. Keine Anleitung zum Start, sondern meine Geschichte.
Wie alles anfing, und das die Reise nicht endet. Ausmisten, organisieren und Minimalismus sind Prozesse, es ist nicht abgeschlossen. Alles ist Veränderung und ich gebe etwas Mut mit auf die Reise.
Es war 2014, da habe ich mir ein kleines Schlafsofa gekauft. Okay etwas kaufen hat nicht viel mit Minimalismus und Ausmisten zu tun. Bei mir war es der Anfang, noch ohne etwas weg zugeben. Es fing im Kopf an. Zuerst dachte ich, ein paar Möbel brauche ich, um alles einfach ordentlich weg zu sortieren. Es wurde erst mehr, bevor es weniger wurde.
Das Sofa brauchte einen Platz, also räumen, rücken und in Kisten packen. Dann kam ein riesiger Kleiderschrank dazu, wieder räumen, rücken und sortieren. Aber ausmisten stand nicht zur Diskussion. Also sammelte ich fleißig weiter. Schließlich hatte ich nicht nur ein Hobby oder Freizeitbeschäftigung, der ich nach ging. Und ich hatte Platz, 3 Zimmer und einen riesigen hellen und sauberen Keller.
Ich hätte wahrscheinlich auch so weiter gemacht, doch dann wurde ich krank. Der Bewegungsradius war eingeschränkt. Ich lag während der Krankheit häufig auf dem Sofa und schaute durch mein Fenster raus. Ich sah auch in den Raum, doch die Dinge machten mich unruhig und mein Kopf kam nicht zur Ruhe. Und ganz ehrlich, das war schlimmer, als auf dem Sofa oder in der Wohnung zu hocken.
Für mich war es ein Weckruf, da ich erkannte all die Dinge geben mir nichts, es ist nur voll und leer zugleich.

Auf diesem Sofa beschloss ich dann, weniger Dinge.

Einfach alles entsorgen, welch eine Verschwendung und vielleicht brauche ich es ja noch einmal. So wanderte Kiste um Kiste in den Keller. Die Wohnung wurde leerer und ich atmete freier. Aber aus den Augen, aus den Sinn klappt nur eine gewisse Zeit.
Nachdem die Wohnung leerer wurde und ich mich von einzelnen Themen trennte, erkannte ich den Prozess, in dem ich steckte. Stück für Stück ging ich durch die Räume, ein Regal hier, eine Box da und die nächste Schublade. Ich versuchte gar nicht alles mit einem Mal durch zugehen. Weil irgendwo mussten die Dinge auch hin.

Verkaufen, Spenden, Entsorgen?

Zuerst fragte ich Freunde und Familie, brauchten sie etwas von den Dingen. Dann versuchte ich es mit verkaufen und auch spenden und verschenken. Dinge die wirklich zu nichts mehr zu gebrauchen waren, entsorgte ich irgendwann auch einfach. Das tat gut, der Keller leerte sich nun auch wieder.
Dann passierte das Leben. Erstaunlicherweise kommt das ja auch immer mal um die Ecke. Umzüge sind hervorragend geeignet um sich von Dingen zu trennen. So ging mein Sofa zu einer Freundin, das mit dem alles anfing.

Seitdem bin ich mehrmals umgezogen. Einiges ist gegangen und Neues dazu gekommen, ein Kreislauf. Ich habe im Jahr immer mal wieder solche Momente, wo ganz viel Energie da ist und dann kommt es über mich. Ich muss etwas verändern und wenn es nur ein Regalbrett ist, das einmal durchgesehen und neu geordnet wird. Es gibt immer Dinge die dann gehen dürfen.

Vermisse ich Dinge die ich einst weggegeben habe, ja.

Es löst keine Angst oder Enttäuschung aus. Es sind Dinge die wären vielleicht praktisch gewesen, aber ich hätte sie nur für die Wahrscheinlichkeit, über ein Jahrzehnt mit mir tragen müssen. Und ich bin ehrlich, dazu bin ich nicht mehr bereit. Die leichteren Schultern und mehr Ruhe im Kopf sind mein Beweis.
Zum Ende diesen Jahres möchte ich wieder einmal größer ausmisten. Mehr die Erinnerungen an die Zeit behalten und Platz schaffen für Neues. Ich genieße die vermeintlich wenigen Sachen, sie schaffen Raum für mehr mich.